Drohnen - Amazon geht in die Luft

Amazon darf ohne Frage als ein Paradebeispiel für theoretisches Wachstumspotenzial angeführt werden. Oftmals wird zwar übersehen, dass Amazon ein gutes Jahrzehnt brauchte, um erstmals schwarze Zahlen zu schreiben, doch seitdem der Global Player 2003 erstmals auch alle Anleger schwarz auf weiß von seinem Erfolg überzeugen konnte, gilt der Global Player als eine der bedeutsamsten Größen auf dem Börsenparkett. Damit dies auch so bleibt, verfolgt der Gründer und Leiter von Amazon Jeff Bezos einen ganz besonderen Plan: Nahezu jeder eingenommene Dollar wird in neue Produkte, Techniken und Ziele investiert. Eines der neuesten Ziele: Sendungswurf per Drohnenflug!

Revolution oder Evolution?

Drohnen konnten bereits vor gut 5 Jahren Blicke auf sich ziehen, bis der Hype um die luftigen Motormaschinen zumindest hierzulande 2016 nicht etwas abflachte. Dennoch gilt das Geschäft mit den Drohnen als äußerst lukrativ. Und dass die Möglichkeiten mit den Fluggefährten bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sind, will nun Amazon unter Beweis stellen: Bereits in naher Zukunft, vermutlich noch Ende diesen Jahres, sollen die ersten Lieferungen nicht mehr durch Postboten oder Expressdiensten (Same Day Delivery), sondern (teilweise) durch eigene Drohnenflotten an den Kunden gebracht werden.

Die Pläne hierfür liegen bereits seit 2014 in den Schubladen der Geschäftsführung und die passenden Patentanträge den entsprechenden Behörden vor. Die automatisierten Zusteller sollen in erster Linie für besonders eilige Bestellungen, die ein Gewicht von zweieinhalb Kilogramm nicht überschreiten, gedacht sein. Entgegen früheren Entwürfen werden diese dann nicht mehr an den Rumpf der Drohne geheftet, sondern direkt in diesen geladen. Nach E-Books, Tablet PCs und Smartphones, Streaming-Angeboten, Sprachstation und nicht zuletzt einem immer umfangreicheren und vielseitigeren Sortiment folgt Amazon im Grunde genommen nur dem aktuellen Marktgeschehen. Denn, obgleich Amazon mit diesem Dienst einen neuen Schritt wagt, so gehören Drohnen in einigen wenigen Bereichen wie etwa der Nachrichtentechnik bereits zum Alltag. Und ein paar andere Größen in der Lieferbranche wie die Deutsche Post verfolgen offensichtlich ebenfalls die Absicht, ihr Logistiksystem flugfähig zu machen.

Kritik und Chancen

Allen Technikfans dürften Amazons Pläne wie Musik in den Ohren klingen, doch die ersten Aufschreie besorgter Kritiker hallen bereits jetzt durch die hiesige Medienlandschaft. Insbesondere der Wegfall von Arbeitsplätzen macht als Befürchtung die Runde, doch auch sicherheitstechnische Bedenken mischen sich in die Debatte ein: Abstürze, Kollisionen und Diebstähle der Drohnen – samt deren Frachtgut – überwiegen nach Meinungen mancher Experten die Vorteile der futuristischen Liefertechnik.

Amazon selbst gibt zwar an, Kontakt mit Regierungen nahezu sämtlicher Länder der Welt aufgenommen zu haben, doch offizielle Absprachen oder Ähnliches scheinen noch nicht vorzuliegen. Lediglich Großbritannien hat für die ersten Startversuche grünes Licht gegeben. Zudem ist das genaue Konzept noch nicht geklärt: Ob und wie viel die Drohnenlieferung zusätzlich kosten soll, ob diese lediglich für Kunden, die bereits am Prime-Programm teilnehmen, nutzbar ist, und wer für eventuelle Schäden aufkommt, steht noch in den Sternen. Zumindest der Ablauf soll jedoch geklärt sein: Nachdem der Kunde seine Bestellung aufgegeben und die entsprechende Lieferoption gewählt hat, soll die Ware mit wenigen, maximal 30, Minuten Flugzeit an den Mann gebracht werden.

Über den genauen Zeitpunkt der endgültigen Lieferung soll der Kunde dann vermutlich per Smartphone informiert und dabei aufgefordert werden, eine per QR-Code oder GPS-Chip für die Drohne identifizierbare Landematte auszulegen. Grenzen für die neue Zustellungstechnik geben laut Amazon neben dem Gewicht der Lieferung lediglich die Entfernung zum jeweiligen Startpunkt, sprich zum Logistikzentrum, und eventuelle klimatische Besonderheiten auf. Denn für eine Distanz über 24 Kilometer sollen die Drohnen nicht geeignet sein und sowohl extreme Hitze und Dürre sowie Kälte und Feuchtigkeit stellen Herausforderungen für die insgesamt neun Rotoren der Drohnen dar.

 

Übrigens: Amazon will noch einen Schritt weiter gehen und sogar die Logistikzentren in die Luft schicken! Zeppelinartige Lagerhallen, die entweder voll automatisiert oder aber teilweise durch Menschen gesteuert sein sollen, will der Versandprofi ebenfalls in sein Logistikkonzept aufnehmen. So sollen die Drohnen wesentlich ökologischer gestaltet werden, denn durch den Sinkflug zur Lieferadresse werden die Energiezellen geschont. Für den Rücktransport steuern die Drohnen dann zentrale Sammelflugzeuge an, die die Drohnen wieder zum schwebenden Warenlager auf 13 Kilometer Flughöhe bringen.

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