Bedeutung der IP-Schutzklassen

Die Schutzklasse eines elektrischen/elektronischen Gerätes oder Betriebsmittels gibt dessen Schutzart für bestimmte Umgebungsbedingungen an, also die Belastungen wie Staub, Nässe, Hitze, Kälte oder Vibration, denen das Gerät/Betriebsmittel standhält. Außerdem ist daran auch abzulesen, wie hoch der Schutz für Menschen ausfällt, etwa gegen die potenzielle Gefährdung, einen Stromschlag zu erleiden oder sich am Gerät zu verbrennen. Geräte und Betriebsmittel können Maschinen, PCs oder auch Leuchtmittel sein.

Welche konkreten Bedingungen erfasst eine Schutzklasse?

Erschwerte Umweltbedingungen, unter denen ein Gerät oft über viele Jahre arbeiten soll, sind definiert. Es zählen dazu:

  • Temperatur
  • Korrosion durch Wasser inklusive Wasserdampf, Laugen, Säuren, Öl und Kraftstoffe
  • Staub
  • Vibration
  • mechanische Stoßbelastung
  • Kontamination mit Viren und Bakterien (wichtig für die Medizintechnik)

Jede einzelne Schutzklasse bildet eine oder mehrere gängige Fehlermöglichkeiten ab. So kann ein Gerät beispielsweise besonders gut gegen Staub sowie Spritz- und Regenwasser geschützt sein, aber nur wenig gegen Vibration, weil diese am Arbeitsort kaum eine Rolle spielt. So etwas wäre etwa bei Überwachungskameras für den Einsatz im Freien anzunehmen.

IP-Codes mit internationaler Normierung

Es haben sich längst internationale Normen für den nötigen Schutz von Geräten und Anlagen durchgesetzt. Sie sind in den International Protection Codes (IP-Codes) klassifiziert.

Wichtig zu wissen: Elektrische Schutzklassen unterscheiden sich von IP-Schutzarten, weil es bei Ersteren um den Schutz gegen berührungsgefährliche Spannungen geht, bei Letzteren um den Schutz gegen äußere Einflüsse auf das Gerät.

Erschwerte-UmgebungsbedingungenDie internationalen Normen ändern sich von Zeit zu Zeit und können sich im Detail von deutschen Normen unterscheiden. Maßgebend für einen Industrie-PC ist die Schutzart IP65 nach der DIN EN 60529 (VDE 0470). Die erste Kennziffer eines IP-Codes steht für den Berührungs- und Staubschutz, die zweite für den Wasserschutz.

Mit der IP65 bietet ein Industrie-PC vollständigen Schutz bei Berührungen (niemand erhält dabei einen Stromschlag oder verbrennt sich), zudem ist der PC vollständig gegen das Eindringen von Staub geschützt. Das besagt die Kennziffer 6. Die zweite Kennziffer 5 gibt den vollständigen Schutz gegen Strahlwasser aus jeder Richtung an. Diese PCs, die in Anlagen mit extremen Umweltbedingungen arbeiten und dennoch mit einem Touchscreen bedient werden, brauchen genau diesen Schutz.

Weitere detaillierte Informationen über die verschiedenen Schutzklassen können Sie unter https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzart lesen.

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